Gefährliche kleine Wörter

Was diese kleine Sammlung von Wörtern bringen kann, ist eine größere Feinfühligkeit, was die Sprache alles verrät, wenn wir es zulassen. Manches wird uns wohl überraschen, und wir werden nicht umhinkommen einzusehen, dass nicht unser wacher Verstand die Worte wählt, sondern dass es unsere wenn auch noch so verschwommenen Gefühle sind, die sie diktieren. Was auch immer sich in diesen kleinen Wörtern Ausdruck verschafft – es wird weniger gefährlich, wenn wir es erkennen und dadurch die Möglichkeit gewinnen, ein Wörtchen mitzureden.

»Extrem kluge Meditation über Sprachbewusstsein, Sprachsensibilität und anhand der kleinen „unauffälligen“ Wörter, die, so beiläufig sie in gesprochenen und geschriebenen Texten vorkommen, ihre eigene und kräftige Semantik haben, auch wenn es sich nur um winzigste Nuancen handelt – also all die „na ja“, „echt“, egal“, „schon“, „kaum“, „jein“ usw. Unschuldig sind die kleinen Biester nie, viele von ihnen, gerade wenn sie ganz unauffällig eingestreut sind, können recht toxisch sein.
Und manche, die man vorschnell als harmlose Floskel begreifen möchte, sind Teil dessen, was ich „abscheuliche Sprachspiele“ nennen möchte. Zu diesen „abscheulichen Sprachspielen“ sammle ich seit geraumer Zeit Material – dieses kleine Büchlein wimmelt von schönen Beispielen. Dafür im Voraus besten Dank, Credits garantiert!«
culturmag.de/highlights-2019 / Thomas Wörtche

»Sprachverliebt mit analytischem Tiefgang
Große Worte machen kann jeder. Aber auch die kleine, scharfe Wortklinge will richtig genutzt werden. Kleine Worte haben es in sich. Sie können viel meinen. Eigentlich zum Beispiel, von dem manche sagen, dass es eigentlich kein Wort ist.
39 gefährliche kleine Wörter von „aber“ bis „zwar“ haben Elisabeth Schawerda (Lyrikerin) und Sylvia Zwettler-Otte (Psychoanalytikerin) in dem kurzweiligen Bändchen aus dem Verlag Der Apfel versammelt. Sie analysieren gemeinsam und nicht nur germanistisch.
Vielleicht kein Zufall, dass das Büchlein aus Wien kommt, wo Sachverhalte oft genug und gerne im Ungefähren gelassen werden. Geeignet als kleine Aufmerksamkeit, ein Geschenk für Wortfreunde, Spitzfindige oder Wien-Neulinge, die mit der Interpretation des Wörtchens „eh“ noch Schwierigkeiten haben. Man muss ihnen sagen, dass es nicht immer zustimmend gemeint ist oder freundlich. Eh schön! Eine kleine unverhoffte Lesefreude.«
Madame / Astrid Kuffner

»In der roten Fibel betreiben die Autorinnen Wortklauberei vom Feinsten. Sie konzentrieren sich auf die scheinbar zufällig Eingestreuten, die nicht ganz unabsichtlich Rausgerutschten, die Gefühlstransmitter unter den Wörtern. … Beim Blättern und Lesen fühlt man sich durchaus ein bisserl erwischt, die eigenen Verbalstrategien werden aufgedeckt, wohldosierte Ungenauigkeiten seziert.«
Augustin / Lisa Bolyos

»Sie schreiben sich oft von selbst, gelten als nicht so wichtig und führen Leserin und Leser doch häufig auf die falsche Spur. Unscheinbare, umgangssprachliche Wörter, deren gedankenlose Verwendung mehr einreißt als aufbaut.
Passend zum vorliegenden Literatur-Magazin erlaubt sich der Grammatikkummerkastenonkel auf ein Büchlein hinzuweisen, das sich um einige häufig verwendete Wörter annimmt, die einen Text torpedieren können.«
Oberösterreichische Nachrichten / Klaus Buttinger

»Brauchen wir das Wörtchen „jein“ “eigentlich“ „noch“? Viele unauffällige Wörter können je nach Einsatz zu kleinen Monstern heranwachsen. Eine Psychoanalytikerin und eine Lyrikerin freuen sich über mehr Feinfühligkeit in der Sprache. … Wie diese kleinen Wörter verstanden und angewendet werden, ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Die Autorinnen nennen diese auf den ersten Blick unauffälligen Satzbausteine in ihrem Büchlein „Gefährliche kleine Wörter“. Empfänger wie Sender sollten sie ernst nehmen. Zumal sie uns nicht nur der Beiläufigkeit überführen, sie dienen auch dazu, uns ein Türchen in unserer Kommunikation offen zu lassen. Sie betonen Gesagtes und Geschriebenes oder verdrehen es ins Gegenteil. Sie enthüllen unsere Gefühle, Spitzen und Hinterhältigkeit. Kurz, es gibt kleine Wörter, die, wie es so schön heißt, Salz in der Sprachsuppe sind. Den beiden Germanistinnen geht es dabei nicht darum, sich über Gebrauch und Interpretation der Wörter einig zu werden. Hauptsache, die Aufmerksamkeit gegenüber dem allgemeinen und persönlichen Sprachgebrauch wird geschärft.«
Tiroler Tageszeitung / Sabine Strobl

»In all den Untertönen, die so ein scheinbar „unbedarftes“ Wörtchen, so ein semantischer „Pausenfüller“, im Umfeld seiner Wortnachbarn annehmen kann, spiegelt sich der weite Bogen sprachlichen Differenzierungsvermögens und mit ihm der Reichtum menschlicher Charakterkostümierungen. Der Band bestätigt: Die Sprache bleibt das Meisterstück des Menschen! Sprache in all ihrer Schattierungsfülle bleibt ewig unerreichbar ‒ auch nicht durch eine gefühlsabsente, holzköpfige künstliche Intelligenz! …
Das Buch ist ein (be)lohnendes Geschenk für jeden an Sprache und Psychologie Interessierten, nicht zuletzt auch für Autorinnen und Autoren. Denn mit jedem aufgebreiteten Beispiel wird sie/er für die Feinheiten der Sprache empfindsamer, aufgeschlossener werden – der Band ist somit etwas wie ein sprachkritisches Echo der legendären „Fackel“, wenn diese auch in einer Zeit erschien, die dem kritischen, liebvollen, verantwortungsvollen Umgang mit der Sprache wohlgesinnter war. Was sich wohl alle, die durch den Kursus dieses Bandes geschritten sind, wünschen, wäre wohl eine Fortsetzung – es gibt da sicherlich viele vieldeutige kleine Wörter, die zappelig nach ihrem Aufritt fiebern!«
Literarisches Österreich / Gottfried Pixner

»Nicht gefährlich, ein informatives Vergnügen
Das unflektierbare Wort aber wurde in diesem Titel bewusst weggelassen. Es zählt zu jenen Wörtern, die Elisabeth Schawerda und Sylvia Zwettler-Otte als gefährlich bezeichnen. Da die deutsche Sprache ohne Verwendung derselben etwas farbloser wäre, sollen sie bis auf wenige in der Tat verzichtbare Ausnahmen in Gebrauch bleiben. Die beiden Germanistinnen – Schawerda ist zudem Kunsthistorikerin und Zwettler-Otte auch Psychologin – plädieren für eine achtsame Verwendung, und sie helfen dabei, sprachliche Äußerungen zu analysieren. Dazu zählt auch, dass die Leser exakt feststellen können, von welcher Autorin welche Erklärung stammt.
Das geschieht ganz und gar (schon wieder so ein Wort) nicht lehrmeisterlich, sondern mit sehr viel Feinsinn und Humor. Wer sich täglich mit Sprache zu beschäftigen hat oder die eigene Ausdrucksweise unter die Lupe nehmen will, der findet in dem handlichen Bändchen „Gefährliche kleine Wörter“, das der österreichische Verlag Der Apfel herausgebracht hat, zahlreiche Anregungen und Erklärungen, die zudem Lesevergnügen bieten.
Ernst mit Spaß
Welches sind nun die Wörter? Von ziemlich über sozusagen, echt, kaum, leider, überhaupt, klar bis schon und zwar verwenden wir sie ständig. Sie aneinanderzureihen, um damit eine Erklärung des Inhalts abzugeben, braucht man nicht zu versuchen, der Klappentext liefert dieses aussagekräftige Wortspiel bereits mit. Dass auch kleine Wörter ernst zu nehmen sind, das wissen die großen Leute wohl, dies dennoch mit so viel Spaß zu vermitteln, ist nicht verfehlt.«
Vorarlberger Nachrichten / Christa Dietrich

»39 kreative Beispiele, die einiges können. Den kleinen Wörtern gehört die Emotion
„Na ja“, „echt“, „egal“, „kaum“, oder „jein“. Beispiele, was kleine oder halb dahingesagte Wörter alles so können. Sie können allerlei Gefühle zeigen, sie können bewerten oder einfach nur Desinteresse vermitteln – große Worte trommeln kann ja wirklich jeder, aber aufs Kleine kommt es viel öfter an, als man glaubt.
Gefährlich
Gesammelt haben 39 „gefährliche kleine Wörter“ die Autoren Elisabeth Schawerda und Sylvia Zwettler-Otte für den „Verlag Der Apfel“. Der übrigens gar nicht gefährlich ist. Das hübsche Büchlein ist 52 Seiten stark und kostet 14 Euro im gut sortierten Fachhandel oder online direkt beim Verlag.
Echt: In dem roten Buch steht, was kleine Wörter so bewirken können.«
Hans Schneider / WIENER BEZIRKSBLATT

Kleine Wörter, große Wirkung: Der mikroskopische Blick der Sprachkritik erkennt feinste Bedeutungsunterschiede.
Von „aber“ über „eh“ und „sozusagen“ bis „zwar“: Die kleinen Füllsel, meist gedankenlos ausgesprochen und geschrieben, mögen verzichtbar erscheinen. Lässt man sie aber probeweise weg, dann merkt man, dass die differenzierten Nuancen des Ausdrucks fehlen. Deshalb ist es so schwierig, sie in einer Fremdsprache exakt wiederzugeben. Positiv betrachtet tragen sie zum reibungslosen Umgang der Menschen bei, in Österreich vermutlich noch mehr als in Norddeutschland. Manchmal aber dienen sie zur Manipulation, zum Tarnen und Täuschen, zum Verschleiern und Verharmlosen. Ihr Gebrauch ist nicht selten von unbewussten Wünschen und Gefühlen diktiert. Die Autorinnen – eine hellhörige Dichterin und eine einfühlsame Psychoanalytikerin – geben praktische Beispiele: „Übrigens, in Mathe krieg´ ich auch einen Fünfer“ ist etwas anderes als: „In Mathe krieg´ ich auch einen Fünfer.“
Wer jedes Wort auf die Goldwaage legt, muss sich freilich auch eine kritische Lektüre gefallen lassen, und da drängen sich ein paar Einwände auf. Das Wort „freilich“ hätte einen eigenen Eintrag verdient und keinesfalls als Synonym von „halt“ verbucht werden dürfen, ebenso wie „obgleich“ kein Synonym von „aber“ ist. Trotzdem animiert das amüsante und kluge kleine Buch zum genaueren Hinhören, zum Nachdenken über subtile Akzentverschiebungen und zu einem bewussteren, aber auch spielerischen Sprachgebrauch.
Renate Langer / bn.bibliotheksnachrichten

Es gibt Bücher, nach denen man in der Buchhandlung nicht fragt. Weil man nicht auf die Idee käme, dass es sie geben könnte. Bücher, die einem „unterkommen“, aus Zufall oder als Geschenk, die aber, einmal entdeckt, umso rascher zum unverzichtbaren Bestand im eigenen Bücherschrank zählen. Ein solches ist das im A6-Format klein gehaltene, wohl absichtlich nüchtern aufgemachte Bändchen bestimmt für alle, die Freude an der Sprache haben, vielleicht auch gerne ab und an selbst Texte verfassen und noch aufgeschlossen sind für stilistische Anregungen – vor allem, wenn sie nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger, sondern mit einem Augenzwinkern vorgebracht werden. © Internet Dabei geht es, wie der Titel schon ankündigt, den beiden österreichischen Schriftstellerinnen, die sich mit den Untiefen ihres eigenen Gewerbes befassen, um die semantischen Risiken, denen man sich durch den häufig unbedachten, manchmal gewohnheitsmäßigen Gebrauch von Vokabeln wie „irgendwie“, „halt“ oder „eigentlich“ aussetzt. In 39 Artikeln wird für jeweils eines dieser Wörter anhand von Beispielen aufgezeigt, worin das Gefahrenpotential der unscheinbaren „Füllworte“ liegt. Wie sich der Sinngehalt eines Satzes – bisweilen von seinem Autor unbeabsichtigt – verschiebt, wenn etwas z. B. nicht einfach „so“, sondern „eh so“ ist; oder wenn das erzählerische Ich plant, im kommenden Sommer nicht bloß „auf Urlaub“, sondern „jedenfalls auf Urlaub“ zu fahren. Was die Erklärungen besonders attraktiv macht, ist der lockere, leicht (selbst-) ironisch gefärbte Ton, in dem sie vorgebracht werden, sodass ihnen nichts Belehrendes anhaftet und sie vielmehr zum Nachdenken über eigene Formulierungsgewohnheiten anregen. Daher nicht nur „sozusagen“, sondern uneingeschränkt eine Empfehlung.
Valentino Hribernig-Körber / Der Neue Merker

52 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-85450-032-2

 14,00

Product ID: 593 Kategorie:
Autor

Elisabeth Schawerda und Sylvia Zwettler-Otte

Verlag

Verlag Der Apfel

Seiten

52

ISBN

978-3-85450-032-2

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